St. Petrus Canisius, Pillnitz

– nie eine Pfarrei

Wesentlich bestimmt wurde das katholische Leben in Pillnitz und Umgebung durch die Wettiner, die Schloss Pillnitz als Sommersitz nutzten. Auch die in Wachwitz und Hosterwitz vorhandenen Kapellen waren in königlichem Privatbesitz, aber den Gläubigen der Umgebung war es zum Teil gestattet, die Gottesdienste zu besuchen. 1940 wurde die „Lokalie Pillnitz“ zur Pfarrvikarie ernannt, kirchenrechtlich zur Hofkirche gehörend. Die enge Verbindung der Wettiner mit dem Jesuitenorden und die Existenz von Haus HohenEichen in Hosterwitz führte dazu, dass die ersten Seelsorger aus den Reihen der Jesuitenpater kamen und ein Jesuit zum Namenspatron der Pfarrvikarie gewählt wurde.

Wechselvolle Zeiten

Gab es um 1940 nur etwas mehr als 800 Katholiken, so stieg die Zahl bis 1955 auf etwa 1200. Die territoriale Größe der Pfarrvikarie stellte eine besondere Herausforderung dar, denn es gehörten mehr als 10 Dörfer entland der Elbe und im Hochland zur Seelsorgeeinheit. Deshalb fanden katholische Gottesdienste auch in den evangelischen Kirchen in Graupa oder Eschdorf und bis 1994 in der Friedhofskapelle in Schönfeld statt.
Einschneidend für das Gemeindeleben war Bischof Schaffrans Entscheidung 1970, seinen Wohnsitz im Pfarrhaus der Pfarrvikarie in Pillnitz zu nehmen. Das bedeutete für die Gemeinde räumliche Einschränkung. Als 1980 die Verlegung des Sitzes von Bischof, Domkapitel und Bistumsverwaltung von Bautzen nach Dresden erfolgte, wurden auch die Seelsorgedienste in der Pfarrvikarie unter mehreren Priestern aufgeteilt. Eine Zeit, nicht ohne Probleme, aber auch spannend, interessant und auf jeden Fall Gemeinschaft stiftend.

Eine besondere und lebendige Gemeinde…

…deshalb, weil es gelungen ist, das Gemeindeleben voller Gottvertrauen zu gestalten, gleich welche Hürden es zu meistern galt. Allein die Zahl der Priester, die seit der Gründung als Seelsorger tätig waren, verdeutlicht dies: Es waren 19!
Da die Pfarrvikarie seit 1975 kirchenrechtlich zur Pfarrei St. Hubertus gehört, bilden beide Gemeinden seit der Auflösung der Pfarrvikarie 2011 eine Pfarrei. Es gibt viele Verbindungen, aber auch eigenständige Gruppen und Kreise: Kichenchor, Caritas- und Familienkreis, Club 60 beispielsweise.

Besonders wichtig aber ist es, dass regelmäßig Gottesdienste stattfinden können – in der Kapelle Maria am Wege sogar täglich und in der Schlosskapelle sonntags – denn die Wohnung im ehemaligen Pfarrhaus wird von einem Pfarrer im (Un-)Ruhestand genutzt.